Aus dem Alltag eines Stinkstiefels
A: Servus, wie war dein Wochenende?
B: Hallo! Gut, danke.
A: Echt? Warum? Was ist denn passiert?
Wenn man antwortet dass es einem schlecht geht fragen plötzlich alle "Warum?", "Was ist denn passiert?" oder Ähnliches. Antwortet man auf die banale Frage dass es einem gut geht, wird nicht kommentiert. Dabei ist "gut", also das von Herzen gemeinte "gut", alles andere als ein Normalzustand.
Wir haben verlernt zu merken wie gut es uns geht
Immer läuft irgendetwas schief. Irgendjemand geht einem immer auf den Keks. Irgendwo ist immer etwas Schreckliches passiert. Heute hat mich schon morgens die Verkäuferin in der Bäckerei so komisch angesehen. Und dann war da dieser Autofahrer der nicht angehalten hat. Und als ich dann schließlich bei der U-Bahn beim Automaten keinen Fahrschein kaufen konnte weil meine Münze beim Zeitungsverkäufer direkt in den Kanal gefallen ist habe ich bemerkt dass ich meine Bankomatkarte vergessen hatte. Meine Frau hat dann am Telefon nicht abgehoben - wahrscheinlich war sie mit Wichtigerem als ihrem Ehemann beschäftigt. Also zu Fuß in die Arbeit, und 10m vor dem Büro macht mir auch noch diese Taube…
Ja und? Wen juckts!?
Es ist noch nicht mal 9 Uhr morgens und ich habe 100 Gründe gehört dass man sich heute erhängen sollte.
Wenn wir nicht wollen dass wir schlecht gelaunt werden, dann haben wir auch selbst keine miese Miene zu ziehen. Wer freundlich ist, zu dem ist man freundlich. Wer ein stinkiges Gesicht macht, der bekommt auch den Gestank ab. Egal welche kleinen Wehwehchen mich plagen. Egal welche schlimmen Nachrichten ich gehört habe. Ich selbst kann bestimmen wie meine Umwelt zu mir ist - indem ich wähle wie ich zu ihr bin.
Ein Tropfen ins Meer
Wenn meine gute Stimmung ohnehin nichts ändert (weil ich Pessimist bin glaube ich solchen Schwachsinn nicht!) - dann kann es ja auch nicht schwer sein es mal auszuprobieren. Also, hopp ans Werk: versuchen Sie mal einen Tag lang nichts Negatives zu sagen. Denken dürfen sie was Sie wollen, Gedanken sind frei. Aber lassen Sie sie nicht raus. Schmunzeln Sie. Lächeln Sie. Seien Sie ausnahmslos gut drauf.
Das war einfach, diesen kurzen Tag das Kampflächeln durchzuhalten? Dann machen Sies mal die ganze Woche. Was, die Woche war ein Klacks? Kein einziges Mal den anderen geklagt wie schlimm Ihr Leben ist? In Ihren Geschichten war niemand gegen Sie? Gut dann sind Sie bereit für den Wonnemonat: einen ganzen Monat nur gut drauf!
Sonnenschein
Wenn der gut gelaunte Monat vorbei ist, werden Sie es spätestens bemerkt haben: keiner hat was gegen Sie. Und immer weniger Menschen werden Ihnen von ihren schlimmen, schrecklich unbedeutenden Alltagskleinkram-Ärgernissen erzählen. Ihre Umgebung wirkt positiver. Ja, weil Sie es sind! Und den Rückfahrschein ins stinkige "Mir geht's so schlecht!" Leben haben sie auch verloren, für immer. Feiern Sie!
